Unsere Freundschaft: Herausfordernde Situationen im Alltag

Basisaktivität
Alter: 4-6
20-30 min
Kinder bearbeiten alltägliche, herausfordernde Situationen aus dem Kindergartenalltag. Sie überlegen gemeinsam alternative Verhaltensweisen. Mithilfe von Bildkarten und/oder Rollenspielen besprechen und erproben sie verschiedene Ideen und finden eigene Lösungen.
Flexibilität Kritisches Denken
Gespräch Geschichten erzählen Kognitive Aufgabe
  • Handpuppen
  • Buntstifte o.Ä., falls die Kinder ihre Ideen illustrieren möchten
  • Materialien für Rollenspiele

Vorbereitung

Bereitstellung der benötigten Materialien.

Durchführung

Kira und Miro bitten dich, eine der Geschichten vorzulesen.

Lies eine ausgewählte Geschichte vor und moderiere anschließend ein Gespräch über die Frage: "Wie könnte es weitergehen?" Die Kinder äußern ihre Ideen.

Stelle verschiedene im Text genannte Lösungsmöglichkeiten vor.

Die Kinder diskutieren und entscheiden, welche Lösung(en) sie bevorzugen.

Reflexion

Du (oder Kira und Miro) fragst, ob die Kinder mit ihren Ideen zufrieden sind. Möchten sie die Geschichte und die entwickelten Ideen weiter bearbeiten?

Variationen und zusätzliche Ideen

Kinder zeichnen ihre Ideen.

Rollenspiel mit Fotos oder Handpuppen.

Ein schwerer Abschied

Kira und Miro gehen in den Kindergarten am Rosenhügel. Sie gehören zur Gruppe der Fünfjährigen. Dort haben sie viele Freunde gefunden und fühlen sich bei ihren Erzieherinnen und Erziehern wohl. An diesem Morgen fällt es Kira besonders schwer, sich von ihrer Mutter zu verabschieden. Tränen laufen ihr übers Gesicht, als sie es schließlich schafft, den Gruppenraum zu betreten. Ihre Mutter winkt ihr besorgt zu, und ihre Erzieherin versucht, sie zu trösten. Miro versteht nicht, warum Kira so traurig ist. Aus der Ecke, in der die Kinder spielen, hört er, wie einige über Kiras Kummer lachen und sie ein Baby nennen. Das gefällt ihm gar nicht. Er fühlt sich unwohl, weil er sieht, wie traurig seine Freundin Kira ist.

Was kann Miro tun? Was könnte Kira helfen, sich besser zu fühlen und die Freundschaft der beiden zu stärken?

1. Kira trösten

Miro könnte zu Kira gehen, sie mit Worten trösten oder sie, wenn sie dies möchte, in den Arm nehmen. So kann er ihr zeigen, dass es in Ordnung ist, traurig zu sein, und dass er für sie da ist.

2. Für Kira eintreten

Wenn er hört, dass andere Kinder Kira auslachen, könnte Miro diese ansprechen und sie darauf hinweisen, dass es unfair ist, jemanden zu verspotten, der gerade traurig ist. Er könnte sie daran erinnern, dass Traurigkeit eine Emotion ist, die alle kennen. Zum Beispiel: „Es ist nicht richtig, sich über Kira lustig zu machen, nur weil sie heute traurig ist. Ihr wart doch auch schon mal traurig. Würdet ihr wollen, dass man euch dann auslacht?“

3. Sich den anderen anschließen

Miro spielt weiter mit den anderen Kindern und beachtet deren Verhalten nicht, weil er Angst hat, dass sie sich sonst auch über ihn lustig machen. Er versucht das Thema zu wechseln, aber die Kinder machen weiter Witze über Kira, die weiter weint. Die Situation endet, als die Erzieherin den Tisch gedeckt hat und die Kinder zum Frühstück einlädt. Miro fühlt sich schlecht, weil er Kira nicht verteidigt hat. Deshalb beschließt er, sich beim Frühstück zu ihr an den Tisch zu setzen.

4. Kira einbeziehen

Miro könnte Kira zu einem Spiel oder zu einer anderen Aktivität einladen, um Kira abzulenken und ihr zu zeigen, dass sie dazugehört. Dabei sollte er sich nicht darum kümmern, was die anderen sagen. Zum Beispiel könnte Miro Kira anbieten: „Komm, spiel mit mir in der Bauecke!“

5. Mit der Erzieherin sprechen

Wenn das Auslachen weitergeht und Miro sich nicht traut, aktiv zu werden, könnte er einer Erzieherin oder einem Erzieher Bescheid sagen, damit sie helfen, die Situation zu klären.

Questions for reflection

  • Was hältst du von jeder dieser Lösungen? Vergleiche sie miteinander.
  • Was würdest du tun, wenn andere Kinder im Kindergarten sich über deinen Freund oder deine Freundin lustig machen?
  • Wie würdest du dich fühlen und verhalten, wenn sie dich selbst auslachen würden?
  • Erzähle oder male, was du tun würdest, wenn du an Miros Stelle wärst.
  • Welche Tipps würdest du Miro geben, wie er sich beim nächsten Mal verhalten sollte?

Gemeinsam am Tisch

Während des Frühstücks passiert Miro ein Missgeschick: Er stößt aus Versehen seine Tasse um, und die Milch läuft über den Tisch. Ein paar Tropfen spritzen auch auf Kiras Kleid. Miro entschuldigt sich daraufhin sofort bei Kira.

Was sollen Kira und Miro jetzt tun?

1. Kira schimpft mit Miro und nennt ihn ungeschickt

"Miro, du bist so tollpatschig! Jetzt ist mein Kleid schmutzig - wegen dir! Wisch sofort den Tisch ab und hol mir trockene Sachen aus meinem Rucksack. Und ich will nie wieder neben dir sitzen!"

2. Kira hilft Miro, den Tisch abzuwischen

Kira ist enttäuscht, weil sie ihr Kleid sehr mag und es nun schmutzig geworden ist. Doch sie bemerkt, dass Miro traurig aussieht und er die Milch nicht mit Absicht verschüttet hat. Kira könnte sagen: "Ohje, Miro, ich bin traurig wegen meines Kleides, aber ich sehe, dass du es nicht absichtlich gemacht hast. Ich helfe dir beim Aufwischen." Kira holt einen Lappen, und gemeinsam wischen die beiden den Tisch sauber.

3. Kira sucht gemeinsam mit Miro nach einer Lösung

Kira könnte sagen: „Ohje, Miro, der ganze Tisch ist voller Milch! Und mein Kleid ist schmutzig, das macht mich traurig. Aber ich sehe, du hast das nicht mit Absicht getan. Was können wir jetzt machen?“ Miro merkt, dass er aus Versehen zwei Probleme verursacht hat: einen feuchten Tisch und ein schmutziges Kleid. Er fühlt sich verantwortlich, ist aber ein bisschen überfordert. Er bittet Kira, ihm beim Aufwischen zu helfen, und verspricht, sie anschließend beim Umziehen und Reinigen des Kleides zu unterstützen.

Questions for reflection

  • Wie würdest du Kiras Situation lösen?
  • Wie würdest du dich fühlen und verhalten, wenn du an Miros Stelle wärst?
  • Wie hätte Kira sonst noch reagieren können?
  • Was hältst du von den einzelnen Lösungen?
  • Vergleiche die Lösungen miteinander und überlege, welche Folgen sie jeweils haben könnten.

Ein gemeinsames Plakat

Die Kinder und die Erzieherin sitzen im Kreis um ein großes leeres Plakat, das auf dem Boden liegt. Die Erzieherin sagt: "Gestern haben wir darüber gesprochen, ein Gruppenbild zu gestalten. Ihr wolltet eure Lieblingsspielzeuge darauf malen." Die Erzieherin stellt die Behälter voller Buntstifte bereit. Die Kinder beginnen zu malen. Miro beschließt, einen grünen Drachen zu zeichnen. Doch er kann seinen besonderen grünen Stift, den er immer für Reptilien benutzt, nicht finden. Er schaut sich um und sieht Tim, der gerade mit genau diesem grünen Stift ein Krokodil malt. Miro überlegt, was er tun soll, um den Stift zu bekommen.

Was sollen Kira und Miro tun?

1. Tim um den Stift bitten

"Tim, ich sehe, du malst gerade dein Krokodil mit dem grünen Stift. Ich würde ihn auch gern benutzen, um meinen Drachen zu malen. Leihst du ihn mir, wenn du fertig bist?"

2. Die Wartezeit sinnvoll überbrücken

Während Miro auf den grünen Stift wartet, schaut er sich um und überlegt, was er in der Zwischenzeit tun kann. Er entscheidet sich, einem anderen Kind beim Ausmalen zu helfen. So vergeht die Wartezeit schneller und macht sogar Spaß.

3. Um den Stift streiten

Miro beschwert sich bei Kira über Tim. Er sagt, Tim sei gemein, und meint: "Kira, wenn du wirklich meine Freundin bist, musst du mir helfen!" Kira mag Miro und wird wütend auf Tim. Ohne ein Wort zu sagen, geht sie zu ihm und versucht, ihm den Stift aus der Hand zu nehmen. Tim zieht ihn zurück. Kira hält fest. Im Gerangel zerbricht der Stift.

4. Über die richtige Frage nachdenken

Miro beschwert sich bei Kira über Tim. Er sagt: "Kira, Tim ist gemein. Wenn du eine echte Freundin bist, musst du mir helfen!" Kira mag Miro, aber sie versteht nicht, warum sie eingreifen soll. Tim malt ruhig an seinem Bild und hat Miro ja gar nichts getan. Kira sagt: "Ich möchte dir helfen, Miro. Hast du Tim schon gefragt, ob er dir den Stift leiht? Wenn er Nein sagt, kann ich ja versuchen, mit ihm zu sprechen." Miro gibt zu, dass er Tim noch gar nicht gefragt hat. Er merkt, dass er selbst den ersten Schritt tun muss.

Questions for reflection

  • Wie würdest du dich fühlen und verhalten, wenn du an Tims Stelle wärst?
  • Ist Miros Art zu fragen besser oder Kiras Versuch, den Stift einfach zu nehmen?
  • Wie hättest du reagiert, wenn du Tim wärst?
  • Ist dir schon einmal etwas Ähnliches passiert? Wie hast du dich dabei gefühlt?
  • Was hältst du von den verschiedenen Lösungen? Vergleiche sie miteinander.

Spezialfrage

Was passiert, nachdem der Stift zerbrochen ist?

Ein Wintertag

Im Kindergarten unter dem Rosenhügel ist endlich der Schnee da, auf den die Kinder so lange gewartet haben. Nach dem Frühstück ruft die Erzieherin: "Kinder, heute könnt ihr endlich im Schnee spielen! Wir haben Schlitten für euch, mit denen ihr den Hügel hinunterrutschen könnt. Wer fertig angezogen ist, kann raus in den Gartent!" Die Kinder stürmen zur Garderobe und beginnen, ihre Wintersachen anzuziehen. Miro ist einer der Ersten, die fertig sind. Er steht schon an der Tür und beobachtet das Gewusel. In der Ecke sieht er Kira, die ratlos vor ihrem neuen Winteranzug steht. Sie weiß weder, womit sie anfangen soll, noch, wie sie in die neuen Sachen hineinkommt. Miro ist hin- und hergerissen: Soll er schnell nach draußen laufen oder Kira helfen?

Was sollen Kira und Miro tun?

1. Kira helfen

Miro geht zu Kira und sagt: "Kira, ich helfe dir! Wenn wir uns beeilen, schaffen wir es noch, einen Schlitten zu bekommen." Kira schaut ihn dankbar an: "Wirklich? Danke, Miro, du bist ein echter Freund. Ich fühle mich wie ein Baby, weil ich das noch nicht kann!" Miro hilft ihr zuerst, die Stiefel anzuziehen, den Mantel zuzuknöpfen und den Schal zu binden. Kira setzt ihre Mütze auf und zieht die Handschuhe an. Als sie fertig sind, rennen sie schnell nach draußen, gerade noch rechtzeitig, bevor die letzten Schlitten verteilt werden. Kira bekommt einen Schlitten und sagt fröhlich: "Jetzt können wir zusammen Schlitten fahren! Nächstes Mal weiß ich schon, wie das mit dem Anziehen geht." Miro ist stolz, dass er seiner Freundin geholfen hat. Die beiden genießen die gemeinsame Zeit im Schnee.

2. Alleine hinauslaufen

Miro schaut zu Kira hinüber und denkt: "Wenn ich ihr jetzt helfe, bekomme ich vielleicht keinen Schlitten mehr." Schnell läuft er hinaus. Er ist einer der Ersten auf dem Hügel und bekommt sofort einen Schlitten. Währenddessen kämpft Kira drinnen noch immer mit ihren Sachen. Als sie es endlich geschafft hat und draußen ist, sind alle Schlitten vergeben. Die Erzieherin tröstet sie: "Kira, es tut mir leid, alle Schlitten sind schon weg. Du kannst warten, bis einer frei wird." Aber Kira möchte nichts anderes spielen und setzt sich traurig auf eine Bank. Miro sieht sie von Weitem und bekommt ein schlechtes Gewissen. Er winkt ihr zu, sie möge zu ihm kommen und mitfahren, doch Kira dreht den Kopf weg.

3. Sich über die Situation beschweren

Kira schaut sich um. Drei andere Kinder haben ebenfalls Mühe, ihre Sachen anzuziehen. Da meldet sie sich bei der Erzieherin: "Das ist nicht fair! Kinder, die schwierige Knöpfe und Reißverschlüsse haben, kommen jetzt zu spät. Das ist doch nicht ihre Schuld, wenn ihre Eltern komplizierte Sachen kaufen!" Die Erzieherinnen verstehen, was Kira meint. Sie bitten alle Kinder, kurz innezuhalten und darüber zu sprechen. Gemeinsam beschließen sie: Jedes Kind zieht sich in seinem eigenen Tempo an. Wer fertig ist, kann anderen helfen, sich anzuziehen. Bevor die Schlitten verteilt werden, bilden alle Kinder Zweier-Teams. So reicht ein Schlitten immer für zwei Kinder. Kira tut sich mit Miro zusammen, und gemeinsam fahren sie den Hügel hinunter. Später baut Kira mit ihrer Freundin Marie eine Schneefrau. Alle Kinder haben Spaß und niemand bleibt zurück.

Questions for reflection

  • Was würdest du tun, wenn du siehst, dass dein Freund oder deine Freundin sich nur langsam anziehen kann?
  • Wie würdest du dich fühlen, wenn du eine tolle Schlittenfahrt oder ein anderes Spiel verpasst, weil du nicht rechtzeitig fertig bist?
  • Was hältst du von Miros Entscheidungen in den verschiedenen Situationen?
  • Welche Lösung findest du am fairsten für alle Kinder?
  • Welche Gruppenregeln könntest du dir vorstellen, damit niemand ausgeschlossen wird? Zeichne oder beschreibe eine Szene, in der alle Kinder zusammenarbeiten, damit alle rechtzeitig fertig sind und gemeinsam draußen spielen können.

Schaukelzeit

Im Kindergarten am Rosenhügel gibt es viele Spielgeräte auf dem großen Außengelände. Das beliebteste von allen ist die Schaukel. Leider gibt es nur eine und deshalb müssen die Kinder sich immer abwechseln und zwischendurch immer wieder abwarten.

Heute erreicht Kira als Erste die Schaukel und beginnt zu schaukeln. In der Zwischenzeit steht Miro daneben und wartet. In seinem Kopf kreisen die Gedanken: "Das ist nicht fair! Eigentlich wäre ich heute dran gewesen. Stimmt, Kira war schneller, aber gestern habe ich auch schon gewartet und genau als ich an der Reihe war, hat uns die Erzieherin zum Mittagessen gerufen. Ich hätte also heute als Erster schaukeln dürfen!" Miro sagt mit trauriger und leicht verärgerter Stimme: "Kira, jetzt bin ich dran! Ich warte schon seit gestern!" Doch Kira möchte weiterschaukeln.

Was sollen Kira und Miro tun?

1. Die Schaukel abgeben

Kira hält an und sagt: "Du hast recht, Miro. Du hast wirklich gestern schon gewartet. Jetzt bist du dran." Sie steigt von der Schaukel und lächelt: "Wenn du magst, kann ich dich ein bisschen anschubsen. Das macht noch mehr Spaß!"

Miro freut sich: "Danke, Kira! Das ist echt nett von dir." Kira schiebt ihn an, und beide lachen dabei. Nach einer Weile sagt Miro: "Kira, jetzt können wir tauschen. Ich will dich auch mal anschubsen. Das sieht richtig lustig aus!" Die anderen Kinder beobachten, wie Kira und Miro sich abwechseln, und beginnen, es genauso zu machen.

2. Weiter schaukeln

Kira schaut Miro an und sagt: "Nur noch ein kleines bisschen!" Sie schaukelt weiter, ohne anzuhalten. Miro wird ungeduldig: "Kira, ich habe wirklich lange gewartet!" Schließlich steigt Kira ab und Miro nimmt ihren Platz ein. Doch seine Freude ist getrübt. Er weiß, dass die Erzieherin gleich zum Mittagessen rufen wird. Beim Essen bemerkt Kira, dass Miro gar nicht fröhlich ist. Sie sagt leise: "Es tut mir leid, dass ich zu lange geschaukelt habe." Miro nickt, aber er bleibt enttäuscht. Kira fühlt sich nicht wirklich besser.

3. Eine Kinderkonferenz zum Thema Schaukel

Kira und Miro sind beide unzufrieden. Sie haben keine gute Lösung gefunden. Also beschließen sie, das Thema in der Kinderkonferenz (dem Kinderparlament) zu besprechen. Am nächsten Tag erzählen sie den anderen Kindern vom Schaukel-Problem und möchten gemeinsam überlegen, wie man das besser regeln kann. Zwei Vorschläge entstehen: Jedes Kind darf eine bestimmte Zeit schaukeln. Oder: Die Kinder wechseln sich regelmäßig ab. Schließlich entscheiden sich alle, die große Sanduhr aus der Bauecke zu benutzen. Sie läuft genau drei Minuten. So darf jedes Kind schaukeln, bis der Sand durchgelaufen ist, und dann wird getauscht. Die Kinder wollen das eine Woche lang ausprobieren und dann besprechen, wie es funktioniert hat. Kira und Miro sind stolz. Es war das erste Mal, dass sie ein Thema im Kinderparlament eingebracht haben!

Questions for reflection

  • Warum wurde Miro traurig?
  • Was würdest du tun, wenn du an Kiras Stelle wärst? Erinnere dich an eine Situation, in der du etwas teilen oder abgeben musstest, das du sehr mochtest. Wie hast du entschieden?
  • Vergleiche, wie Kira und Miro sich in der ersten und in der zweiten Situation fühlten. Was lief unterschiedlich?
  • Vergleiche, wie Kira und Miro sich in der ersten und in der zweiten Situation fühlten. Was lief unterschiedlich?
  • Welche Lösung findest du am fairsten? Warum?
  • Zeichne oder beschreibe eine Szene, in der alle Kinder abwechselnd schaukeln und gemeinsam Spaß haben.
  • Hast du selbst schon einmal ein Problem in einer Kinderkonferenz besprochen? Wie fandest du das?

Kira und Miro ruhen sich aus

Nach dem Mittagessen ist im Kindergarten unter dem Rosenhügel Ruhezeit. Es gibt genügend Unterlagen, Decken und Kissen für diejenigen, die schlafen möchten, aber die Kinder können sich auch einfach ausruhen, Bücher anschauen oder malen.

Miro sucht sich ein weiches Bodenkissen am Fenster, denn er ist sehr müde und möchte ein bisschen schlafen. Kira dagegen ist gar nicht müde. Sie möchte lieber Bücher anschauen. Sie setzt sich an den Tisch in der Nähe von Miros Kissen und beginnt, in ihrem Lieblingsbilderbuch zu blättern. Dabei ist sie ein bisschen laut- Die Seiten rascheln und Kira murmelt deutlich vernehmbar, während sie die Bilder beschreibt. Miro fühlt sich gestört und wird unruhig.

Was sollen Kira und Miro tun?

1. Über die eigenen Bedürfnisse sprechen

Miro schaut zu Kira hinüber und sagt freundlich: "Kira, bitte, kannst du ein bisschen leiser sein?" Kira denkt kurz nach und antwortet: "Oh, tut mir leid, ich wusste gar nicht, dass ich dich störe. Ich setze mich an den Tisch bei der Tür, damit du in Ruhe schlafen kannst." Sie nimmt ihr Buch und wechselt auf die andere Seite des Raums. Miro sagt dankbar: "Danke, Kira, jetzt kann ich ein bisschen schlafen." Kira freut sich. Miro schläft friedlich ein und kann neue Energie tanken. Kira genießt ihr Buch und freut sich darauf, dass Miro nach dem Schlaf wieder fit ist und sie am Nachmittag gemeinsam spielen können.

2. Bei der eigenen Meinung bleiben

Miro schaut zu Kira und sagt: "Kira, bitte, kannst du ein bisschen leiser sein?" Kira antwortet: "Ich bin gar nicht so laut." Sie liest weiter, blättert und murmelt vor sich hin. Miro versucht einzuschlafen, aber es gelingt ihm nicht. Schließlich steht er genervt auf und setzt sich zu Kira: "Ich kann nicht schlafen, du bist einfach zu laut." Kira merkt, dass Miro müde und schlecht gelaunt ist, und fühlt sich unwohl. Am Nachmittag ist Miro immer noch müde und hat keine Lust, mit Kira zu spielen. Beide sind unzufrieden.

Questions for reflection

  • Warum möchte Miro schlafen? Warum möchte Kira wach bleiben?
  • Wie fühlen sich Kira und Miro in den beiden Situationen?
  • Welche Lösung findest du besser und warum?
  • Erinnerst du dich an eine Situation, in der du auf die Bedürfnisse anderer Rücksicht nehmen musstest?
  • Wie hast du das gemacht?
  • Habt ihr im Kindergarten schon einmal Gruppenregeln für die Ruhezeit besprochen?
  • Zeichne oder beschreibe, wie eine Ruhezeit aussehen könnte, in der alle Kinder aufeinander achten.