Nachweise und Ergebnisse

Erkenntnisse aus Kindergärten in Italien, Slowenien und Kroatien

Hilft EduSkills+ SEL Kindern in ihrer Entwicklung?

Kinder, die an EduSkills+ SEL teilnahmen, machten nach Einschätzung ihrer pädagogischen Fachkräfte insgesamt größere Fortschritte als Kinder in den Kontrollgruppen. Dieses ermutigende Bild zeigte sich bei der gemeinsamen Auswertung der Daten aus allen drei Ländern.

Was umfasste das Programm?

EduSkills+ SEL soll Kindern im Alter von etwa vier bis sechs Jahren helfen, wichtige persönliche, soziale und Lernkompetenzen zu entwickeln. Dazu gehören das Verstehen von und der Umgang mit Gefühlen, der Aufbau von Beziehungen, die Kommunikation mit anderen sowie Fähigkeiten, die das Lernen unterstützen.

Über einen Zeitraum von etwa sechs Monaten begleiteten geschulte pädagogische Fachkräfte die Kinder bei einer Reihe spielerischer Aktivitäten, die auf Geschichten aufbauten. Jeder teilnehmende Kindergarten führte mindestens 25 Aktivitäten zu Themen wie Gefühlen, Freundschaften und Kommunikation durch. Dabei kamen das Erzählen von Geschichten, Bewegung, Musik und künstlerisches Gestalten zum Einsatz.

Wie haben wir die Fortschritte der Kinder erfasst?

Nach etwa sechs Monaten nahmen 255 Kinder an der abschließenden Erhebung teil: 133 hatten an EduSkills+ SEL teilgenommen, während 122 zur Kontrollgruppe gehörten. Die Kinder der Kontrollgruppe nahmen weiterhin am regulären Kindergartenprogramm teil, jedoch nicht an den Aktivitäten von EduSkills+ SEL.

In beiden Gruppen wurden die Kompetenzen vor und nach dem Programm eingeschätzt. Die pädagogischen Bezugspersonen bewerteten acht Kompetenzen anhand einer für junge Kinder angepassten Checkliste. Diese basierte auf LifeComp, dem EU-Rahmen für persönliche, soziale und Lernkompetenzen.

Die acht Kompetenzen waren:

  • Persönliche Kompetenzen: Selbstregulation, Flexibilität, Wohlbefinden
  • Soziale Kompetenzen: Empathie, Kommunikation, Zusammenarbeit
  • Lernkompetenzen: wachstumsorientiertes Denken und Lernmanagement; kritisches Denken

Für ein Gesamtbild führten wir die Daten aus allen drei Ländern zusammen. Der Vergleich zwischen der Interventions- und der Kontrollgruppe half uns festzustellen, ob Kinder, die an EduSkills+ SEL teilnahmen, im gleichen Zeitraum größere Fortschritte zeigten.

Hatten beide Gruppen die gleichen Ausgangsbedingungen?

Im Großen und Ganzen ja. Vor Beginn des Programms lagen die Interventions- und die Kontrollgruppe insgesamt auf einem sehr ähnlichen Ausgangsniveau: 3,46 gegenüber 3,49 von 5 Punkten – ein sehr kleiner, statistisch nicht signifikanter Unterschied. Bei einer einzelnen Kompetenz, der Flexibilität, lag die Kontrollgruppe zu Beginn etwas vorn. Es wurden also nicht eine starke und eine schwache Gruppe miteinander verglichen – beide Gruppen starteten auf einem sehr ähnlichen Niveau.

Was geschah in den folgenden Monaten?

In beiden Gruppen zeigten sich Verbesserungen. Die Durchschnittswerte der Kontrollgruppe stiegen in allen acht Kompetenzbereichen. Am deutlichsten war die Verbesserung bei der Selbstregulation – dies war zugleich der einzige statistisch signifikante Anstieg. In den anderen sieben Bereichen fielen die Veränderungen geringer aus und waren weniger eindeutig.

Die Interventionsgruppe zeichnete sich dagegen durch deutlich stärkere und durchgängigere Verbesserungen aus: Die Durchschnittswerte stiegen in allen acht Kompetenzbereichen, und jeder dieser Anstiege war statistisch signifikant. Der folgende Vergleich zeigt den Gesamtmittelwert über alle acht Kompetenzen hinweg.

Kinder, die am Programm teilnahmen Kinder, die nicht am Programm teilnahmen
Vor dem Programm 3.46 von 5 Punkten 3.49 von 5 Punkten
Nach einigen Monaten 4.33 von 5 Punkten 3.66 von 5 Punkten

Durchschnittswert über alle acht erfassten Kompetenzen (Skala von 1 bis 5), basierend auf den zusammengeführten Daten aus Italien, Slowenien und Kroatien.

Bei welchen Kompetenzen waren die Fortschritte am größten?

Die Kinder im Programm zeigten Verbesserungen in allen persönlichen, sozialen und Lernkompetenzen, die wir erfasst hatten. Den größten Zuwachs im Zeitverlauf gab es im Bereich „Wachstumsorientiertes Denken und Lernmanagement“. Beim kritischen Denken zeigte sich am Ende des Programms der größte Unterschied zwischen der Interventions- und der Kontrollgruppe. Bei den Kindern der Kontrollgruppe war die Verbesserung in der Selbstregulation am deutlichsten, allerdings fiel der Anstieg geringer aus als in der Interventionsgruppe.

Fazit

Beide Gruppen zeigten während der Pilotphase positive Veränderungen. Die Durchschnittswerte der Kontrollgruppe stiegen in allen acht Kompetenzbereichen. Bei den Kindern, die an EduSkills+ SEL teilnahmen, waren die Verbesserungen jedoch deutlich stärker und durchgängiger: In jeder erfassten Kompetenz gab es einen statistisch signifikanten Anstieg. Am Ende des Programms wurden die Kinder in der EduSkills+ SEL-Gruppe in allen acht Kompetenzbereichen signifikant höher bewertet als die Kinder der Kontrollgruppe. Das ist ein sehr ermutigender Hinweis darauf, dass EduSkills+ SEL die soziale und emotionale Entwicklung junger Kinder unterstützen könnte.

Children taking part in an EduSkills+ SEL activity
Children taking part in an EduSkills+ SEL activity
Children taking part in an EduSkills+ SEL activity